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Stilrichtungen

Country Blues
Eine der ursprünglichsten Formen des Blues zeichnet sich durch den Einsatz akustischer Gitarren aus, Verstärker wurden nicht verwendet. In dieser Form verbreitete sich der Blues und die ersten Musikaufnahmen entstanden.


Delta Blues
Slidegitarre und emotionaler Gesang, diese spezielle Richtung des Blues, die seit der Anfangszeit im Mississippi-Delta gespielt wurde, hat bis heute einige der kraftvollsten Stücke des Blues hervorgebracht. Er wird heute häufig dem Country Blues zugeordnet.


Chicago Blues
Durch den Einfluss des Zweiten Weltkrieges und den Siegeszug des Blues in amerikanische Großstädte wie Chicago, da schwarze Arbeiter aus dem Süden der USA immer mehr in die Großstädte abwanderten, veränderte sich der Blues erneut und orientierte sich mehr am Jazz. Durch den Einfluss elektrischer Instrumente und Verstärker entstand so eine elektrifizierte Variante des Delta Blues.


Urban Blues
In den Städten wurde der Sound des Blues weicher und technisch mehr verfeinert, während der Blues früher in den meisten Fällen die Musik einzelner Interpreten war, wurde nun häufiger in Musikgruppen gespielt, musikalisch änderte sich ebenfalls vieles durch den Einsatz von elektrischen Gitarren und dem Piano. Auch inhaltlich gingen die Songs andere Wege, sie handelten mehr vom Leben in der Stadt als wie ursprünglich vom Leben auf dem Land.


Rhythm and Blues
Stark rhythmisch geprägt entwickelte sich die wohl populärste Form des Blues Mitte des 20. Jahrhunderts und wurde der populärste afroamerikanische Popstil. Die Stücke wurden rockiger, die Inhalte entfernten sich immer weiter von den traurigen Wurzeln und der Blues wurde mehr und mehr zur Unterhaltungsmusik. Dieser Stil wurde von weißen Musikern kopiert, so dass sich daraus letztendlich der Rock’n’Roll entwickelte. Zudem ist er bis heute in der afroamerikanischen Musik tief verwurzelt.
Tags: Chicago Blues, Country Blues, Delta Blues, Gitarre, Piano, Popstil, Rhythm and Blues, Rock'n'Roll, Unterhaltungsmusik, Urban Blues, USA

Geschichte und Entwicklung

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sich der ersten Urformen des Blues, einer Musikform, die in erster Linie durch die afroamerikanische Gesellschaft in den USA geprägt wurde. Für diese stellte der sich aus Elementen von Gospel und Spirituals bestehende Blues Unterhaltungsmusik dar, zu Beginn wurde er zudem durch großen Einfluss von Country, Pop und Ragtime geprägt, es fand so eine Verschmelzung afrikanischer und europäischer Musiktraditionen statt. Erst um 1910 erreichte der Blues einen größeren Bekanntheitsgrad, der Name etablierte sich, allerdings immer noch fast ausschließlich bei afroamerikanischen Musikern.

Der Einfluss auf die gesamte Musikwelt entwickelte sich erst Mitte des 20. Jahrhunderts, Blues und Jazz wurden in amerikanischen Großstädten immer populärer, zudem veränderte sich der Blues durch den Einsatz elektrischer Verstärker, neben Musikinstrumenten wie Gitarren und Mundharmonika wurden nun auch Pianos oder das Saxophon eingesetzt, aus dem sehr traurigen Blues hatte sich so langsam der Jazz entwickelt. Erst in den 60ern wurden auch weiße Musiker auf den Blues aufmerksam und kopierten Elemente für ihre Rockmusik, Blues und Rock vermischten sich an vielen Stellen, neben bekannten afroamerikanischen Bluesgrößen wie John Lee Hooker, Jimmy Reed oder Muddy Waters konnte man jetzt auch bei Eric Clapton, Led Zeppelin oder The Doors den Einfluss des Blues heraushören.

Trotz allem ist er bis heute in der afroamerikanischen Welt zu Hause, weiße Musiker profitieren allerdings davon, dass sich aus dem Blues Musikstile wie der Rock’n’Roll und Jazz entwickelten und andere Stile wie Country und Rock maßgeblich beeinflusst wurden. Heute ist der Blues aber auch in der afroamerikanischen Welt durch Soul oder Hip-Hop in der Popularität abgelöst worden.

Tags: afroamerikanische Gesellschaft, Blues, Country, Eric Clapton, Gitarre, Gospel, Hip-Hop, Jazz, Jimmy Reed, John Lee Hooker, Led Zeppelin, Muddy Waters, Mundharmonika, Musiktradition, Piano, Pop, Ragtime, Rock'n'Roll, Saxophon, Soul, The Doors, USA